Auch Autos benötigen Pflege

Team der Sozialstation ist auf seine Fahrzeuge angewiesen

Mobile Altenpflege oder Unterstützung im Haushalt ist in einer ländlichen Region wie dem Schwarzwald ohne Auto kaum zu leisten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sozialstation St. Marien Triberg brauchen fahrbaren Untersatz. Und der benötigt Pflege.

Die Fahrzeugflotte der Sozialstation umfasst 14 Fahrzeuge. Dazu zählen zwei Busse für den Transport von Gästen der Tagespflege, ein geländegängiger Wagen für dienstliche Zwecke und elf rotlackierte Kleinwagen – die meisten mit Allradantrieb – für die Touren des Hauswirtschafts- und Pflegeteams. Diese 14 Fahrzeuge wollen regelmäßig betankt, gewartet und gewaschen werden. Getankt wird bei Bedarf an einer Tankstelle in Triberg. Die Wartung ist Sache des Autohauses Kürner, mit dem die Sozialstation schon viele Jahre zusammenarbeitet. Um die Sauberkeit kümmert sich die Sozialstation dagegen selbst: Spätestens alle zwei Wochen ist ein Teammitglied dafür zuständig, die Wagen zu waschen und auszusaugen. Im Herbst und Frühjahr steht für alle zudem der Wechsel der Bereifung an.

„Auch die Pflege und Wartung des Fahrzeugparks ist ein Teil unserer Arbeit, der Zeit und Geld kostet, aber – wie vieles andere – oft gar nicht wahrgenommen wird“, sagt Michael Polomski. Dieser Aufwand ist angesichts des Versorgungsgebiets alternativlos: Es umfasst neben den Ortschaften Triberg, Schonach und Schönwald die komplette Raumschaft mit vielen außenliegenden Höfen.„Ohne funktionierende Autos könnten wir unsere Leistungen nicht vollbringen“, führt der Geschäftsführer weiter aus.

Aktuell muss die Sozialstation auf einen der Kleinwagen allerdings verzichten: Bei einem Unwetter Ende August mit Hagelschauern wurden fünf Autos beschädigt. Bei vier von ihnen sind es leichte Schäden an Lack und Karosserie, beim fünften gab es nicht nur etliche – zum Teil tiefe – Dellen, sondern auch die Windschutzscheibe wies Risse auf. Das Fahrzeug wird derzeit wieder hergestellt und sollte noch im September wieder einsatzbereit sein.

Noch läuft der Großteil der Fahrzeugflotte mit Benzin und Diesel. Der Plan ist aber, nach und nach verstärkt auf Hybridmotoren oder E-Mobilität zu setzen. Dafür braucht es allerdings bauliche Veränderungen wie eine PV-Anlage. „Da hängt eins mit dem anderen zusammen“, erläutert Michael Polomski. Daher gibt es hierzu auch keinen Zeitplan.

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Spatenstich für ein spannendes Projekt

In anderthalb Jahren könnte es so weit sein: Dann soll in Schonach eine moderne Anlage mit 13 Seniorenwohnungen inklusive Tagespflege eröffnet werden. Mit im Boot ist die Sozialstation St. Marien als sogenannter Betreuungsträger. Eine Aufgabe, auf die sich Michael Polomski, Geschäftsführer der Sozialstation, freut.

Damit wächst das Engagement der Triberger Einrichtung in Schonach. Dort betreibt die Sozialstation seit fünf Jahren eine Tagespflege mit zwölf Plätzen. Weitere 15 Plätze werden in der neuen Wohnanlage geschaffen. Doch das ist nicht alles, sagt Michael Polomski mit Verweis auf die Aufgabe als Betreuungsträger fürs Betreute Wohnen: „Wir werden das gemeinschaftliche Miteinander unterstützen, vor Ort für Fragen zur Verfügung stehen sowie kleinere Veranstaltungen und Aktivitäten organisieren.“ Konkret gehe es darum, den Bewohnerinnen und Bewohnern Sicherheit, Orientierung und soziale Teilhabe im Alltag zu bieten.

Das Besondere an dem Vorhaben in Schonach, dessen Spatenstich Anfang August erfolgte, ist das integrative Versorgungskonzept: Die Tagespflege wird im selben Gebäude untergebracht und somit barrierefrei erreichbar sein. Gedacht ist es in erster Linie für „die Bewohnerinnen und Bewohner des Betreuten Wohnens. Sie können dieses Angebot bei Bedarf nutzen“, beschreibt es Michael Polomski. Der 34 Jahre alte Triberger leitet seit 1. Juli 2026 die Geschäfte der Sozialstation St. Marien Raumschaft Triberg e.V. Für ihn ist dieses Projekt ein „wichtiger Meilenstein in der Versorgung älterer und pflegebedürftiger Menschen. Bislang gab es vor Ort keine vergleichbaren Angebote für diese Zielgruppe.“ Das gelte für Schonach, aber auch darüber hinaus. „Für die Raumschaft Triberg, Schonach und Schönwald entsteht damit eine bessere und durchgängige Versorgungsstruktur.“

Die Vorbereitungen für den Start des integrativen Wohnprojekts am Kurpark in etwa 18 Monaten haben auch innerhalb der Sozialstation längst begonnen. „Wir bauen bereits langsam Personal für die neuen Angebote auf“, sagt der Verantwortliche. Gesucht werden etwa Mitarbeitende für den Fahrdienst sowie Betreuungskräfte. Doch auch aktuell seien gute Leute herzlich willkommen. Das Unterstützungsspektrum der Sozialstation umfasst nahezu das gesamte Versorgungsspektrum: von der Nachbarschaftshilfe über die häusliche Kranken- und Altenpflege bis hin zur Tagespflege.

Bauträger der Wohnanlage ist die FWD Hausbau- und Grundstücks GmbH aus dem badischen Dossenheim. Die Anlage soll laut Planungen 13 Wohnungen für Betreutes Wohnen mit zwei oder drei Zimmern umfassen. Geplant wurde es von der Bilger Fellmeth Architekten Partnerschaft mbB aus Frankfurt. Der Einzug in eine der Wohnung ist laut Stadtverwaltung Schonach frühestens mit 60 Jahren oder einem Behinderungsgrad von 50 Prozent möglich.

Mehr zum Spatenstich und dem Projekt sind ebenfalls auf der Seite der Stadtverwaltung abrufbar. Zudem hat die FWD einen Flyer veröffentlicht, der hier heruntergeladen werden kann.

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Michael Polomski übernimmt Geschäftsführung

Start mit großer Vorfreude / Neue Ideen und Konzepte sollen umgesetzt werden

Sein Amt hat Michael Polomski erst vor einigen Tagen angetreten. Auf die Arbeit in und mit der Sozialstation St. Marien in Triberg freut er sich dagegen schon länger.

Der neue Geschäftsführer der Sozialstation St. Marien in Triberg kommt mit reichlich Erfahrung: Michael Polomski ist examinierter Altenpfleger und kann auf 17 Jahre in der Evangelischen Altenhilfe St. Georgen zurückblicken: er war dort erst Pflegeschüler, dann Pflegefachkraft, später Pflegedienstleiter und zuletzt als Stabstelle der Geschäftsführung aktiv. Verlässlichkeit, Konstanz und Verantwortung sind ihm wichtig. Noch wichtiger erscheint da nur seine Einstellung. „Pflege ist ein toller Beruf“, sagt der 34-Jährige mit Überzeugung.

Die Entscheidung für die Sozialstation in Triberg sei keine gegen seine vorherige Stelle, stellt Michael Polomski klar. Als Geschäftsführer mehr Verantwortung übernehmen zu dürfen, ist ein Grund, sagt er. Ein anderer ist, dass er die Sozialstation St. Marien schon lange kennt und schätzt. So arbeiten Evangelische Altenhilfe (EAH) und Sozialstation in Schönwald unter einem Dach: Die Sozialstation hat in der Anton-Bruckner-Straße 3 ihre Tagespflege „Schwarzwaldtreff“. Die EAH betreibt dort das „Haus Schönwald“, eine Einrichtung für die Kurz- und Vollzeitpflege.

Auch durch dieses Miteinander habe er die Sozialstation und vor allem die Mitarbeitenden als „sehr engagiert“ wahrgenommen. „Ich habe gespürt, dass sie ihre Arbeit gern machen und mit Herz und Hand dabei sind.“ Für ihn ist das ein Zeichen, dass die Sozialstation ein guter Arbeitgeber sein muss. Und es ist ein weiterer Beweggrund, warum er sich für den Posten des Geschäftsführers beworben hat. Freigeworden war der im Frühjahr, nachdem sein Vorgänger nach Norddeutschland wechselte. „Es ist schön zu sehen, dass die Sozialstation bei den Mitarbeitenden einen so guten Ruf hat. Das gilt es nun, stärker nach außen zu tragen, um mehr Menschen für die Pflege und uns als Arbeitgeber zu gewinnen.“ Denn – und da gehe es der Sozialstation St. Marien wie vielen anderen: „Die Pflege als Beruf hat weder den Stellenwert, den sie verdient hat, noch wird anerkannt, welche Leistungen damit verbunden sind.“ Mehr Sichtbarkeit für die Pflege allgemein und für das, was vom Team der Sozialstation Triberg geleistet wird – das sind zwei Punkte, die Michael Polomski langfristig angehen möchte. „Wenn wir es schaffen, in der Region herauszustellen, wie vielfältig, verantwortungsvoll und bereichernd die Pflege als Berufsfeld ist, dann können wir auch mehr Menschen dafür begeistern.“

Ebenfalls auf seiner Agenda: Die Pflege weiterentwickeln und modernisieren, zum Beispiel mit Hochschulen oder anderen Partnern aus der Gesundheits- und Sozialwirtschaft. Damit hat er bereits gute Erfahrungen gemacht. Jetzt soll auch die Sozialstation St. Marien von solchen Projekten profitieren. Zumindest zukünftig. Denn erstmal heißt es: ankommen. Am Mittwoch, 1. Juli 2026, hat der neue Geschäftsführer sein Büro bezogen und begonnen, sich in seine Aufgaben einzuarbeiten. „Das Gute ist, dass ich mich auf ein eingespieltes Team verlassen kann“, sagt der 34-Jährige.

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